Herbstlaubfahrt 2008:
Badefreuden auf der herbstlichen Luhe
19. Oktober 2008
Die diesjährige Herbstlaubfahrt führte uns auf die Luhe vor den Toren Hamburgs. Dem einen oder anderen war bei der Teilnahme schon etwas flau im Magen: kurvenreich, schnellfließend, mit niedrig-hängenden Büschen bestanden, Norddeutschlands einzige guter Rodeowelle....
Aber dann war es so weit, wir setzten unsere Boote an der Brücke unweit der ehemaligen Totenstadt Oldendorf bei gutem Wasserstand ein. Dann nach ca. drei Kilometern das erste Hindernis, ein querliegender Baum, der aber im Kronenbereich gut durchfahren werden konnte. Aber wie das so ist, unser Willi geriet in eine Querlage, bekam Wasser aufs Oberdeck und trotz aller Muskelkraft in den Armen (man bedenke, er ist einer der besten Freikletterer im Großraum Minden) zerbrach der Ast, der ihn halten sollte, und es war passiert, das erste Bad an diesem Tage. Nicht unbedingt preisgünstig, denn alle Fahrtteilnehmer hatten es gesehen.
Weiter ging die Fahrt und nach vier Kilometern kündigte ein Rauschen das seit einigen Jahren fahrbar gemachte Wehr in Luhmühlen an. Mit einer langgezogenen Grobkiesschüttung hatten die Verantwortlichen den Höhenunterschied überwunden. Normalerweise ist diese Passage leicht zu fahren, aber infolge vorangegangenen Hochwassers hatte sich ein Baum leicht quer in die Wehrschräge gelegt. Und so kam es wie es kommen musste, Willi zum Zweiten und auch Thomas (unser Fuchs) musste hier unfreiwillig das Boot verlassen und beide folgten dann nicht der Empfehlung des Fahrtenleiters, die rund 250 m bis zur Mittagspausenstelle zu schwimmen sondern nahmen lieber den Weg über Hecken und Zäune um sich ein klein wenig aufzuwärmen.
Willi zum zweiten Mal gekentert, das bedeutete, Kenterwäsche organisieren, und so fuhr er dann teilweise leicht ausgebeult die zweite Etappe ohne weitere Kenterung zum Ziel (Garstedter Grillhütte). Auf diesem letzten Abschnitt wurde auch die anfangs erwähnte Rodeowelle spielerisch überfahren. Die dort trainierenden Kanuten aus Hannover und Hamburg machten uns Durchfahrern gerne Platz, aber sie kamen leider nicht zum eventuell erhofften Rettungseinsatz, denn hier gab es keine Kenterung mehr.
Insgesamt gesehen eine sehr empfehlenswerte Tour trotz der etwas weiten Anreise. An Ziel waren sich alle einig, in zwei, drei Jahren wollen wir unseren „Badegästen“ Willi und Thomas die Chance geben, ihre kleinen Paddelpannen wieder wettzumachen.
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Bilder: Thomas Eßmann
Text: Friedhelm Kinkelbur